Labor Spital STS vom 25.08.2026 ausgewertet (blutwerte_2026-08.md, neu): Geschlossen: - Niere/eGFR: Kreatinin 117 -> 106 -> 86 umol/L, erstmals ohne Kreatin; eGFR ~103 (CKD-EPI 2021, eigene Berechnung). Cystatin C entfaellt. - Leber nach 5,5 Wo NSAR + 2 Mon Jarsin: komplett sauber. - Ferritin 82 -> 51 -> 87.4 ug/L, Trend gedreht. Eisenstatus entfaellt. - B12-Frage zur FussTaubheit: Holo-TC 71.0 normal -> nicht vitaminbedingt. MMA entfaellt. Offen/aktiv: - Homocystein und Vitamin D wurden NICHT bestimmt; Befund ist vollstaendig, kein Nachbefund. Kein weiteres Labor vor Anfang 2027 (Patientenentscheid). Begruendet, warum keiner der fehlenden Werte bis dahin eine Entscheidung aendert (HOPE-2/NORVIT/SEARCH; Vit-D-Dosis unter UL). - Lipide gestiegen: Non-HDL 4.00 (Hoechstwert), Chol 6.13, LDL 3.18. Nicht nuechtern - nach EAS/EFLM 2016 kaum relevant, Werte also belastbar. Massnahmen 1+2 bestaetigt umgesetzt, Anstieg dadurch schwerer erklaerbar; Gewicht verlagert sich auf Sport-Wegfall mit Muskelabbau. Sekundaere Ursachen (TSH, Niere, Leber, HbA1c) ausgeschlossen. - Score bleibt begruendet provisorisch. AU-Stufenplan September (mit Rueckenzentrum vereinbart): - woechentlich +10%: 30% ab 31.08., 40% ab 07.09., 50% ab 14.09., 3 Wochen Ferien ab 21.09., Neubeurteilung 12.10. - Sitz-/Stehzeiten pro Stufe umgerechnet (sitz-aufbauplan.md). - T78-Kollisionsregel zurueckgezogen: Arbeit und Physio laufen getrennt. - Morgen-Notizen 14.-18.09. vom Patienten abgelehnt -> Landestufe am 12.10. ist die einzige Absicherung. - T78-Stufentabelle (40/60%) als ueberholt markiert. Ernaehrung/Supplemente: - Massnahmen 1+2 erfuellt, 3 gegenstandslos (kein Fruehstueck Mo-Fr), 4 groesstenteils, 5 offen (Gebaeck 3x statt 1x/Woche). - Schokolade/Nuesse/Chips als LDL-irrelevant eingeordnet. - Vitamin D bleibt 3000 IE (nicht auf 2000); Erhaltungsdosis-Zeile als konditional markiert. B-Komplex 1x, laborbestaetigt; B6-Bedenken mit 0,7 mg/Kapsel entkraeftet. - T76-Rueckmeldung an Physio erledigt; Einschaetzung deckt sich mit Akte. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com> Claude-Session: https://claude.ai/code/session_01JtA7cMXryPSmaTPvH6ygaJ
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Blutwerte — 25. August 2026
Quelle: Spital STS AG, Spital Thun · Entnahme 25.08.2026, 15:42 / 15:56 · Ausdruck 26.08.2026 · Datei input/Laborbefund_2025_08.pdf (Dateiname trägt versehentlich 2025, der Befund ist von 2026)
⚠️ Zwei Rahmenbedingungen, die für die Interpretation entscheidend sind — bitte beide bestätigen/korrigieren:
- Entnahme nachmittags um 15:42, nicht nüchtern (bestätigt 26.08.). ✅ Der Arzt hat recht: das ist nach heutigem Stand kaum relevant — nicht-nüchterne Lipidbestimmung ist seit EAS/EFLM 2016 der empfohlene Standard. Der ursprüngliche Vorbehalt in dieser Datei war zu stark und ist korrigiert — mit der unbequemen Folge, dass die erhöhten Lipidwerte belastbarer sind, nicht wackliger. Details und Zahlen im Lipid-Abschnitt.
- Homocystein und Vitamin D fehlen auf diesem Ausdruck — genau die beiden Werte, für die dieses Labor überhaupt gemacht wurde. → Nachfrage nötig (Details unten).
🟢 Was dieses Labor geschlossen hat
Drei Fragen, die seit Monaten in der Akte standen, sind mit diesem Befund beantwortet und erledigt:
1. Niere / eGFR — Frage endgültig geschlossen ✅
| Parameter | 01/26 | 05/26 | 08/26 | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Kreatinin | 117 μmol/L | 106 μmol/L | 86 μmol/L (Ref 35–97) | −19 % · erstmals ohne Kreatin-Confounder |
| eGFR (CKD-EPI 2021) | 68.7 | 80 | ≈ 103 ml/min/1.73 m² | normal, unauffällig |
| Harnstoff | 5.90 | — | 6.1 mmol/L | stabil normal |
| Natrium / Kalium / Chlorid | — | — | 144 / 4.1 / 101 | alle normal |
- eGFR ≈ 103 ist meine Berechnung (CKD-EPI 2021, männlich, 37 J., Kreatinin 86 μmol/L), nicht ein vom Labor ausgegebener Wert. Gegenprobe der Vollständigkeit halber in beide Richtungen: der Mai-Wert wird exakt reproduziert (106 → 79.9 vs. berichtet 80), der Januar-Wert nicht (117 → 71.5 vs. berichtet 68.7) — das Januar-Labor hat vermutlich eine ältere Formelgeneration verwendet. Für die Aussage ist das ohne Belang: bei Kreatinin 86 liegt die eGFR nach jeder gebräuchlichen Formel deutlich über 90.
- Die Vorhersage aus
profil.mdist eingetroffen. Beide Vorwerte entstanden unter Kreatin und waren dadurch nach oben verfälscht. Nach ~2,5 Monaten Washout liegt das Kreatinin sauber im mittleren Normbereich. - Konsequenz: Die eGFR-Frage (Offenes Thema Nr. 7) ist erledigt. Cystatin C wird nicht gebraucht — die Reflex-Regel aus dem Laborantrag („nur falls Kreatinin ohne Kreatin erneut erhöht") greift nicht.
- Auch die NSAR-Nierenfrage ist damit beantwortet: 5,5 Wochen Ibuprofen haben keine Spur hinterlassen. Elektrolyte normal → auch die Hitze-/Hypovolämie-Episode vom 16./17.07. hat nichts hinterlassen.
- Einzige Restlücke: Urinstatus/Albumin-Kreatinin-Quotient wurde nicht gemacht. Bei eGFR 103 und normalem Kreatinin ist er entbehrlich, nicht offen.
2. Leber nach NSAR + Johanniskraut — sauber ✅
| Parameter | Wert | Ref | Bewertung |
|---|---|---|---|
| ALAT (GPT) | <10 U/L | 4–44 | unauffällig |
| ASAT (GOT) | 18 U/L | 8–38 | unauffällig |
| GGT | 14 U/L | 16–73 | unauffällig |
| Alk. Phosphatase | 65 U/L | 38–126 | unauffällig |
- Nach 5,5 Wochen Ibuprofen (bis 13.07.) und 2 Monaten Jarsin 900 mg/Tag (bis 13.07.) sind die Leberwerte vollständig sauber — praktisch identisch mit Mai (GPT 10, GGT 12).
- ALAT und GGT sind auf dem Ausdruck blau markiert, weil sie unter der Referenz liegen. Das ist kein Befund. Niedrige Transaminasen und eine niedrige GGT haben keinen Krankheitswert; eine niedrige GGT ist eher ein Marker geringer Leberbelastung. Keine Abklärung, keine Nachkontrolle.
3. Eisen / Ferritin — Trend gedreht ✅
| Parameter | 01/26 | 05/26 | 08/26 |
|---|---|---|---|
| Ferritin | 82.1 μg/L | 51.0 μg/L | 87.4 μg/L |
- Der Abfall ist nicht nur gestoppt, er ist zurückgeholt — über den Januar-Ausgangswert hinaus, +71 % gegenüber Mai.
- Wichtig: Ferritin ist ein Akutphaseprotein und kann durch Entzündung falsch hoch sein. Hier nicht — hsCRP ≤ 0.2 mg/L. Der Wert ist echt.
- Passend dazu Hämoglobin und Hämatokrit im oberen Normbereich (s. u.). Kein Eisenmangel, keine Anämie — und damit auch keine NSAR-Blutungsanämie nach 5,5 Wochen Ibuprofen. Zweiter geschlossener NSAR-Punkt.
- Konsequenz: Offenes Thema Nr. 6 (Ferritin-Abfall) ist erledigt. Transferrin/Transferrinsättigung werden nicht mehr gebraucht — sie waren nur für den Fall „fällt weiter" vorgesehen.
🟡 B-Vitamine / Methylierung — Substratseite belegt in Ordnung, Zielwert fehlt
| Parameter | 01/26 | 08/26 | Ref | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Vitamin B12 (gesamt) | 176 pmol/L | 314 pmol/L | 145–569 | +78 % — von niedrig-normal in den soliden Mittelbereich |
| Aktives Vitamin B12 (Holo-TC) | nie gemessen | 71.0 pmol/L | 37.5–188 | normal, klar über der Grauzone (35–50) |
| Folsäure | nie gemessen | 19.9 nmol/L | 10.4–78.9 | normal, unteres Drittel |
| Homocystein | 18.4 μmol/L ⚠️ | ❓ fehlt | <12.0 | weiterhin offen |
Was das aussagt: Der Verdacht aus dem Januar war ein funktioneller B12-/Folat-Mangel als Treiber des erhöhten Homocysteins. Genau dieser Verdacht ist jetzt ausgeräumt:
- Holo-TC 71.0 ist der spezifischere Marker (nur das an Transcobalamin gebundene, für die Zelle tatsächlich verfügbare B12). Er liegt gut im Normbereich → ein zellulärer B12-Mangel ist praktisch ausgeschlossen.
- Damit ist auch Methylmalonsäure (MMA) überflüssig geworden. MMA war als Rückfallebene gedacht, falls B12 unklar bleibt. Bei normalem Holo-TC fügt sie nichts hinzu — nicht nachbestellen.
- Folsäure 19.9 ist normal, liegt aber im unteren Drittel. Unter laufendem 5-MTHF im B-Komplex ist das kein Mangel, aber auch keine Reserve. Kein Handlungsbedarf, nur zur Kenntnis.
- Klinischer Nebeneffekt: Der im Laborantrag genannte Grund — „Taubheitsgefühl linker Fuß, B12-/Folsäuremangel als Mitursache ausschließen" — ist damit sauber abgearbeitet. Die Resthypästhesie am kleinen Zeh/Fußaußenrand links ist nicht vitaminbedingt. Sie bleibt das, wofür sie in der Akte geführt wird: radikuläres Restdefizit L5/S1, das am längsten nachhallt.
Was fehlt: Der eigentliche Zielwert. Die Therapie sollte Homocystein senken — B12 und Folat sind nur die Stellschrauben. Dass beide Stellschrauben jetzt gut stehen, macht ein normalisiertes Homocystein wahrscheinlich, aber es ist nicht gemessen und wird hier nicht geschätzt.
🔴 Lipide — der eine Punkt, der aktiv geworden ist
| Parameter | 01/26 | 05/26 | 08/26 | Ziel bei Lp(a) 122 | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Cholesterin gesamt | 4.40 | 5.40 | 6.13 mmol/L ⚠️ | <5.0 | Laborwert |
| HDL | 1.55 | 2.15 | 2.13 mmol/L | hoch = gut | Laborwert |
| Non-HDL | 2.85 | 3.25 | 4.00 mmol/L ⚠️ | <3.4 (hergeleitet: LDL-Ziel 2.6 + 0.8) | 🧮 eigene Berechnung — steht nicht auf dem Befund |
| LDL | 2.62 | 3.10 | 3.18 mmol/L ⚠️ | <2.6 | Laborwert — sehr wahrscheinlich gerechnet, s. u. |
| Triglyzeride | — | 0.84 | 1.79 mmol/L | <1.7 | Laborwert |
| ApoB | — | 0.87 g/L | ❓ nicht gemessen | <0.8 | — |
| Lp(a) | — | 122 nmol/L | — (genetisch fix, nie wieder nötig) | — | — |
🧮 Non-HDL 4.00 steht nicht auf dem Befund — es ist gerechnet
Non-HDL = Gesamtcholesterin − HDL = 6.13 − 2.13 = 4.00 mmol/L. Das ist die vollständige Definition; kein Labor misst Non-HDL direkt, es wird immer so gebildet. Inhaltlich ist es „alles Cholesterin, das nicht im HDL steckt" — also LDL + VLDL + IDL + Remnants + Lp(a), d. h. die Summe aller atherogenen Partikel. Deshalb ist es bei erhöhtem Lp(a) und erhöhten Triglyzeriden aussagekräftiger als das LDL allein.
Eigenes Versäumnis, korrigiert: In der ersten Fassung stand 4.00 unmarkiert in derselben Spalte wie die Laborwerte, während die eGFR sauber als „eigene Berechnung" gekennzeichnet war. Das war inkonsistent — vom Patienten zu Recht beanstandet (26.08.). Regel für diese Datei: jeder abgeleitete Wert wird als solcher markiert.
🧮 Warum ich sage, dass das LDL gerechnet und nicht gemessen ist
Es ist eine Schlussfolgerung, keine Angabe des Labors — der Befund sagt nicht dazu, wie das LDL entstanden ist. Die Begründung:
- Friedewald-Formel: LDL = Gesamtchol. − HDL − Triglyzeride/2.2 → 6.13 − 2.13 − 0.814 = 3.186. Berichtet: 3.18. Übereinstimmung auf 0.006 mmol/L genau.
- Präzisierung gegenüber meiner ersten Fassung: ich hatte „passt exakt" geschrieben. 3.186 würde auf 3.19 runden, berichtet ist 3.18 — die Abweichung erklärt sich damit, dass das Labor aus ungerundeten Rohwerten rechnet und erst die Anzeige rundet. „Auf 0.006 genau" ist die korrekte Formulierung, „exakt" war eine Spur zu stark.
- Standardpraxis: In Routine-Lipidprofilen ist das LDL per Default gerechnet. Ein direkt gemessenes LDL ist ein eigener, teurerer Test, den man ausdrücklich bestellen muss — im Laborantrag stand er nicht.
- Gegenprobe mit den neueren Formeln: Martin-Hopkins bzw. Sampson liefern bei dieser Konstellation (TG erhöht, HDL sehr hoch) systematisch höhere LDL-Werte als Friedewald — überschlägig eher Richtung 3.3 als 3.18. Dass der berichtete Wert am unteren, Friedewald-typischen Ende liegt, passt ins Bild.
- Restunsicherheit, ehrlich: Ein direkt gemessenes LDL könnte zufällig auf 0.006 mit Friedewald übereinstimmen. Unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Ein Satz am Telefon klärt es („Ist das LDL berechnet oder direkt gemessen?") — oder man macht die Frage mit ApoB gegenstandslos (s. u.).
✅ Korrektur 26.08.: Der Nüchtern-Vorbehalt war zu stark — und die Folge ist unbequem
Der Arzt hat recht, und das ist keine Höflichkeitsfloskel. Seit dem EAS/EFLM-Konsensus (2016) und den ESC/EAS-Leitlinien (2019) ist die nicht-nüchterne Lipidbestimmung der empfohlene Standard für die Routine. Die mittleren Unterschiede nüchtern vs. nicht nüchtern sind klein: Triglyzeride ~+0.3 mmol/L, Gesamtcholesterin und LDL ~−0.2 mmol/L, HDL praktisch unverändert.
Was das für diesen Befund bedeutet — in die für mich unangenehme Richtung:
- Die Werte sind belastbarer, nicht wackliger, als ich zunächst geschrieben habe. Gesamtcholesterin 6.13 und Non-HDL 4.00 stehen. Nüchtern gemessen lägen sie im Mittel eher etwas höher, nicht niedriger.
- Die Triglyzeride sind mit der Mahlzeit nur teilweise erklärt. Der typische postprandiale Zuschlag liegt bei ~+0.3 — der Anstieg gegenüber Mai beträgt aber +0.95 (0.84 → 1.79). Nach einer fettreichen Mahlzeit kann die individuelle Reaktion größer ausfallen, deshalb ist die Mahlzeit nicht ausgeschlossen — sie reicht als alleinige Erklärung aber wahrscheinlich nicht.
- Und die Friedewald-Warnung war ebenfalls zu stark. Friedewald gilt bis Triglyzeride ~4.5 mmol/L als brauchbar; bei 1.79 ist die Formel innerhalb ihres gültigen Bereichs. Richtig bleibt nur die Richtung: bei mäßig erhöhten TG plus sehr hohem HDL liest Friedewald tendenziell etwas niedriger als die moderneren Formeln — Größenordnung ~0.1–0.15, nicht dramatisch.
➡️ Konsequenz: Eine nüchterne Wiederholung ist NICHT der Punkt — und wäre ohnehin gestrichen (kein weiteres Labor vor 2027, s. u.). Was fehlt, ist ApoB: nüchtern-unabhängig, zählt die atherogenen Partikel direkt statt ihren Cholesteringehalt zu schätzen, macht die ganze Friedewald-Frage gegenstandslos, und ist bei Lp(a) 122 ohnehin der Zielwert. Er gehört auf die Wunschliste fürs nächste Labor — nicht auf eine eigene Bestellung, denn er würde die Handlung heute nicht ändern. (Eine Feinheit fürs Ablesen: jedes Lp(a)-Partikel trägt ein ApoB-Molekül, bei Lp(a) 122 also ein kleiner Aufschlag von grob 0.03–0.05 g/L. Am Ziel <0.8 ändert das nichts Wesentliches, es sollte beim Interpretieren nur bekannt sein.)
Ehrliche Gesamtaussage: Die Richtung ist real und nicht mehr durch Präanalytik relativierbar. Non-HDL 4.00 ist der höchste Wert des gesamten Verlaufs, und bei Lp(a) 122 nmol/L ist genau diese Achse die, die zählt. Die im Mai gestarteten Massnahmen (massnahmen.md) haben das Ziel nicht erreicht.
🔎 Ursache — und warum der Anstieg nach den Patientenangaben vom 26.08. schwerer erklärbar ist, nicht leichter
| Kandidat | Stand 26.08. |
|---|---|
| Nicht-nüchterne Entnahme | ✅ bestätigt, als Erklärung aber entwertet — Effekt klein und eher in die andere Richtung (s. o.) |
| Massnahme 1 — Käse/Butter reduziert | ✅ umgesetzt. Der größte diätetische Einzelhebel, erwartet −8 bis −12 % LDL |
| Massnahme 2 — Kaffee filtern | ✅ umgesetzt — Umstellung von French Press auf Aeropress + Espresso, also genau wie vorgesehen. Erwartet −3 bis −8 % LDL |
| Massnahmen 3–5 (Hafer-Frühstück · Abendessen-Reset · Gebäck/Schokolade) | ❓ nicht berichtet — offen |
| Sport entfallen (~12 Wochen seit 05.06., mit Muskelabbau) | 🔴 bestätigt: „Gewicht leicht runter, Muskeln abgebaut" |
| Gewicht | ✅ leicht gesunken — aber bei Muskelverlust, d. h. der Körperfettanteil ist trotz sinkender Waage eher gestiegen |
🔴 Die eigentliche Auffälligkeit: die beiden umgesetzten Massnahmen hätten zusammen grob −11 bis −20 % LDL bringen sollen. Tatsächlich ist alles gestiegen — LDL +2.6 %, Gesamtcholesterin +13.5 %, Non-HDL +23 %. Die Lücke zwischen erwartet und beobachtet ist groß, und sie ist mit dem, was aktuell bekannt ist, nicht gedeckt. Das wird hier so stehen gelassen, statt eine Erklärung zu konstruieren.
Was in der Lücke plausibel mitspielt — als Kandidaten, nicht als Befund:
- Der Wegfall des Sports ist der stärkste bekannte Kandidat. In
massnahmen.mdstand die Sport-Routine im Mai unter „was nicht ändern — läuft gut"; seit 05.06. ist sie vollständig weg. Training senkt Triglyzeride und stützt das HDL; der begleitende Muskelabbau senkt zugleich den Grundumsatz (InBody-Baseline: 1848 kcal) — bei unveränderter Zufuhr entsteht daraus ein relativer Überschuss. Das erklärt die Lücke nicht vollständig und wird nicht zur Ursache erklärt. - Massnahmen 3–5 sind unbekannt. Wenn Hafer-Frühstück, Abendessen-Reset und die Gebäck-/Schokoladen-Reduktion nicht liefen — oder wenn sich in zwei Monaten überwiegend liegend/zuhause das Snacking verschoben hat —, wäre das ein realer Gegeneffekt zu den beiden umgesetzten Massnahmen. Das ist die informativste offene Frage.
- Kleiner, aber dokumentiert: Mit dem Trainingsstopp ist auch Whey mit Soja-Milch entfallen —
profil.mdführt die Soja-Milch als „leicht LDL-günstig". Ein kleiner Beitrag, aber er zeigt in dieselbe Richtung. - Biologische Variation: die intraindividuelle Schwankung liegt beim Gesamtcholesterin bei grob 5–6 %. +13.5 % liegt darüber — Variation allein reicht als Erklärung nicht.
Ausgeschlossen sind die üblichen sekundären Ursachen — sie stehen alle auf demselben Befund: Schilddrüse (TSH 1.470), Niere (Kreatinin 86, eGFR ≈ 103), Cholestase/Leber (AP 65, GGT 14, ALAT <10), Diabetes (HbA1c 5.6). Das ist ein beruhigender Nebenbefund: es steckt nichts Internistisches dahinter.
Zeitplan der Hebel:
- Ferien ab 21.09.: Krafttraining-Wiedereinstieg. Nach der Klärung vom 26.08. ist das der einzige große Hebel, der noch nicht gezogen wurde — die beiden diätetischen Hauptmassnahmen laufen bereits. Ohne Arbeitslast, mit dem Rücken auf dem besten Stand seit Juni, und er adressiert zugleich den Muskelabbau.
- Mit der nächsten Blutentnahme: ApoB (ohne Nüchternheitsauflage).
- Massnahmen 3–5 durchgehen — das ist der billigste Erkenntnisgewinn und kostet ein Gespräch, keine Untersuchung.
- Optional, quantifiziert den Muskelverlust: InBody wiederholen. Baseline vom 05.05.2026 liegt vor — 79.8 kg, Skelettmuskelmasse 38.8 kg, Körperfett 14.3 %, fettfreie Masse 68.4 kg, Grundumsatz 1848 kcal. Macht aus „ich habe Muskeln abgebaut" eine Zahl und liefert die Zielmarke für den Wiederaufbau.
🧭 Entscheidungspunkt, bewusst auf später terminiert — nicht jetzt: Die Frage „reicht Lebensstil bei Lp(a) 122, um LDL <2.6 / ApoB <0.8 zu erreichen?" ist offen und wird es bleiben, bis der Sport-Hebel gezogen und danach gemessen wurde. Jetzt ist sie nicht zu beantworten und nicht zu stellen — der größte nicht-medikamentöse Hebel ist noch gar nicht versucht worden. Der ehrliche Trigger für das Gespräch wäre: ApoB weiterhin deutlich über 0.8, nachdem Training ~3 Monate wieder läuft und die Massnahmen 3–5 sitzen. Bis dahin nicht.
Hämatologie — vollständig normal
| Parameter | Wert | Ref |
|---|---|---|
| Hämoglobin | 155 g/L | 115–175 (kombinierte m/w-Referenz) |
| Hämatokrit | 45.6 % | 35–50 |
| Erythrozyten | 5.07 T/L | 3.8–5.8 |
| MCV / MCH / MCHC | 89.9 fL / 30.6 pg / 340 g/L | 82–100 / 27–34 / 316–354 |
| RDW-CV / RDW-SD | 13.6 % / 41.4 fL | 11.5–16 / 35–56 |
| Leukozyten | 7.1 G/L | 3.5–9.5 |
| Granulozyten | 3.58 G/L (50.4 %) | 1.8–6.3 / 40–75 |
| Lymphozyten | 3.04 G/L (42.8 %) | 1.1–3.2 / 20–50 |
| Monozyten | 0.48 G/L (6.8 %) | 0.1–1.5 / 3–15 |
| Thrombozyten | 299 G/L | 125–350 |
| MPV / PDW / P-LCC / P-LCR / Thrombokrit | 9.1 / 15.9 / 53 / 17.7 / 0.272 | alle im Ref |
⚠️ Plattformwechsel — hier bitte keine Trendlinien ziehen. Januar und Mai kamen von einem externen Labor, dieser Befund von einem POC-Gerät im Spital STS. Hb 146 → 155, Leukozyten 5.5 → 7.1, RDW 12.0 → 13.6, Erythrozyten 4.9 → 5.07 sind alle im Normbereich und durch drei banale Faktoren zusammen erklärbar: anderes Gerät, Nachmittagsentnahme (Leukozyten und Hämoglobin liegen nachmittags/aufrecht systematisch höher) und der wiederhergestellte Eisenstatus. Das ist kein Trend, den man verfolgt. Die Thrombozyten-Nebenparameter (PDW, P-LCC, P-LCR, Thrombokrit) sind Geräte-Beiprodukte ohne eigenständige Aussage — sie wurden nicht angefordert und brauchen keine Deutung.
Weitere Werte
| Parameter | 01/26 | 05/26 | 08/26 | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| hsCRP | <0.60 | 0.20 | ≤ 0.2 mg/L | exzellent — keine systemische Entzündung |
| HbA1c | 5.6 % | 5.5 % | 5.6 % | stabil, im Normbereich (<5.7) |
| TSH | 1.56 | 1.46 | 1.470 mIU/L | konstant optimal |
⚠️ Zum rot markierten „C-Reaktives Protein [POC] <10 mg/L" auf Seite 1: das ist kein erhöhter Wert. „<10" ist die Nachweisgrenze dieses POC-Geräts; weil die Referenz bei 0–5 endet, markiert die Software das automatisch rot. Der tatsächliche Wert steht in denselben Zeilenblöcken: hsCRP ≤ 0.2 und CRP <0.6. Beides exzellent. Nichts zu tun.
⚠️ Ebenso rot, aber gut: HDL 2.13 mmol/L liegt über der Obergrenze 1.78 — bei HDL ist „hoch" der erwünschte Befund, nicht der auffällige.
❓ Offen: die zwei Werte, für die dieses Labor gemacht wurde
Auf dem Ausdruck fehlen:
| Fehlt | Warum es zählt |
|---|---|
| Homocystein ⭐ | Der Kernwert. 18.4 μmol/L im 01/26, seither nie nachgemessen. War der ausdrückliche Grund für diesen Termin. |
| 25-OH Vitamin D | Dosiskontrolle nach Aufdosierung 1000 → 3000 IE im April. Ohne Wert ist unbekannt, ob die Dosis reicht. |
| (Calcium, Magnesium, Phosphat) | nachrangig; standen auf der Wunschliste, ändern aktuell keine Entscheidung |
| (ApoB) | war nicht angefordert; bei Lp(a) 122 der aussagekräftigste Lipidwert — beim Nachholen mitnehmen |
Einschätzung, ob sie verloren oder unterwegs sind — mit Vorsicht:
- Dafür, dass der Auftrag korrekt ankam: Holo-TC und Folsäure sind da. Beide waren im Laborantrag namentlich angefordert, und beide stehen in keinem Standardpaket. Der Auftrag wurde also gelesen und umgesetzt.
- Dagegen: Der Rest des Ausdrucks sieht nach Geräteprofilen aus (kompletter Hämatologie-Block inkl. Thrombozyten-Nebenparametern, POC-Chemie-Kartusche). Homocystein braucht eine Sonderpräanalytik (zügig zentrifugieren/kühlen — genau der Punkt aus der Checkliste) und läuft oft als Zusatz-/Versandanalyse mit eigener Laufzeit; 25-OH-Vitamin D ebenso.
- Ehrlicher Stand: unbekannt. Beides ist möglich. Die Handlung ist in beiden Fällen dieselbe — einmal nachfragen.
🛑 Rahmenbedingung (Patientenentscheid 26.08.): Das Laborthema ist durch
Keine weiteren Arztwege, keine Nachbestellungen, keine privat bezahlten Zusatzanalysen. Nächstes Labor frühestens Anfang 2027. Alles unten ist danach ausgerichtet.
✅ Geklärt 26.08.: Der Befund ist komplett. Homocystein und Vitamin D wurden nicht bestimmt und laufen auch nicht nach — es kommt kein Nachbefund. Damit ist auch das ursprünglich empfohlene Telefonat hinfällig. Beide Werte gehen unverändert auf die Wunschliste fürs nächste Labor.
➡️ Es bleibt keine offene Laboraktion. (Einzige diskutierte Ausnahme: ein günstiger Vitamin-D-Trockenbluttest für zuhause — möglich, aber im Nutzen eng begrenzt; Bewertung in gesundheit_aktuell.md → Offenes Thema 5.)
✅ Warum das medizinisch vertretbar ist — nicht als Notlösung, sondern begründet
Keiner der fehlenden Werte würde vor Anfang 2027 eine Entscheidung ändern:
| Fehlender Wert | Was er ändern würde | Bewertung |
|---|---|---|
| Homocystein | Die einzige Massnahme mit belegtem Nutzen ist die Korrektur eines B12-/Folatmangels — und die läuft bereits und wirkt (B12 314, Holo-TC 71.0, Folat 19.9). Darüber hinaus haben die großen RCTs zur Homocystein-Senkung (HOPE-2, NORVIT, SEARCH) keine Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse gezeigt | Nichts zu tun. Homocystein ist ein Risikomarker ohne eigenen bewiesenen Therapiehebel jenseits der Mangelkorrektur. Ein Wert von 15 statt 18.4 würde den B-Komplex nicht ändern |
| Vitamin D | Feinjustierung der Dosis | Nichts zu tun. 3000 IE/Tag liegen unter der tolerierbaren Obergrenze (4000 IE), die Richtung war im Mai klar positiv (16 → 24 μg/L unter halber Dosis). Dosis unverändert weiterführen, kein Monitoring |
| ApoB | Präzisere Risikobezifferung | Ändert die Handlung nicht — die besteht so oder so aus Trainings-Wiedereinstieg und laufender Ernährung |
| Cystatin C · MMA · Transferrin · Urinstatus · Ca/Mg/Phosphat | — | Bereits vorher als entbehrlich eingestuft, keiner war je an eine offene Entscheidung gebunden |
Fazit: Die Lücke ist ärgerlich für die Dokumentation, aber therapeutisch folgenlos. B-Komplex und Vitamin D laufen unverändert weiter; an der Lipid-Achse ändert sich mit oder ohne ApoB nichts am Vorgehen.
📋 Wunschliste fürs nächste Labor (Anfang 2027)
Homocystein (mit Präanalytik-Hinweis: „bitte zügig abzentrifugieren oder kühlen") · 25-OH Vitamin D · ApoB · Lipidprofil · Ferritin · Kreatinin · Leberwerte · HbA1c · TSH. Nüchternheit ist nicht erforderlich (s. Korrektur im Lipid-Abschnitt) — das nimmt der Terminplanung eine Auflage.
Score
Der Score wird bewusst NICHT neu berechnet. Die Checkliste sah vor, ihn mit diesem Befund „wieder ehrlich" zu machen — geschrieben unter der Annahme, das angeforderte Paket käme vollständig. Es kam nicht vollständig:
| Score-Treiber | Status |
|---|---|
| Ferritin | ✅ geschlossen (87.4, Trend gedreht) |
| Lp(a) | ✅ bekannt, genetisch fix (122) |
| LDL / Non-HDL | ⚠️ Wert vorhanden, aber nicht nüchtern und Friedewald-gerechnet → nicht belastbar |
| Homocystein | ❌ fehlt |
| Vitamin D | ❌ fehlt |
Drei von fünf Treibern sind offen oder unzuverlässig. Eine Zahl wäre genau die Erfindung, vor der die Akte selbst warnt. Der Score bleibt provisorisch — realistisch bis zum nächsten Labor Anfang 2027.
Das ist kein Verlust. Der Score war immer ein Kommunikationsmittel, kein Steuerungsinstrument: keine einzige Entscheidung in dieser Akte hing je an ihm. Was tatsächlich steuert, steht in den Einzelthemen — und dort ist die Lage nach diesem Befund besser dokumentiert als je zuvor: vier Themen geschlossen, eines geparkt mit gesetzten Hebeln, eines therapeutisch folgenlos offen.
📌 Nebenbei aufgeräumt:
blutwerte_2026-05.mdführt „83 / 100",gesundheit_aktuell.mdführt „80 / 100" für denselben Stand 05/2026. Die beiden Zahlen wurden nie abgeglichen. Damit die Differenz nicht weiterläuft: beide sind historisch, keine wird nachträglich korrigiert, und der nächste Score wird mit einer explizit dokumentierten Rechenregel neu aufgesetzt.
Zusammenfassung in einem Absatz
Dieses Labor ist überwiegend eine sehr gute Nachricht: die Niere ist mit eGFR ≈ 103 endgültig entlastet und die eGFR-Frage nach zwei Messungen unter Kreatin-Verzerrung geschlossen; Leber, Blutbild und Entzündung sind nach 5,5 Wochen NSAR und 2 Monaten Johanniskraut komplett sauber; Ferritin hat den Abfall nicht nur gestoppt, sondern überkompensiert; und der B12-Verdacht aus dem Januar ist mit Holo-TC 71.0 sauber ausgeräumt — womit auch das Taubheitsgefühl im linken Fuß als Vitaminfrage erledigt ist. Vier offene Themen der Akte fallen mit diesem einen Befund weg. Gegenüber steht ein Punkt, der Aufmerksamkeit verdient: die Lipide sind real gestiegen — die Nicht-Nüchternheit entschärft das nach heutigem Kenntnisstand kaum —, und bei Lp(a) 122 ist das die Achse, die zählt. Unbequem daran ist, dass die beiden diätetischen Hauptmassnahmen laut Patientenangabe korrekt liefen (Käse/Butter reduziert, Kaffee von French Press auf Aeropress/Espresso umgestellt) und die Werte trotzdem gestiegen sind — die Lücke zwischen erwartet und beobachtet ist mit dem heute Bekannten nicht gedeckt und wird nicht wegerklärt. Der stärkste bekannte Kandidat ist der vollständige Wegfall des Sports seit 05.06. mit Muskelabbau — und das ist zugleich der einzige große Hebel, der noch nicht gezogen wurde. Offen bleibt der Wert, für den der Termin überhaupt stattfand — Homocystein. Ein Anruf klärt, ob er unterwegs oder vergessen ist; ApoB gehört bei der Gelegenheit mit auf die Anforderung.